Axel Bohse
PASSAGE

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"An der Wand erkennt man vier Fragmente von grob ausgesägten Türelementen. Dort, wo sich ursprünglich die Türklinken befanden, ergänzen schräg eingesetzte Monitore das Ensemble. Die Videobilder zeigen die verschiedenen Ansichten der Türen, die sich öffnen und schließen, die aufgeschlossen und wieder abgeschlossen werden. Personen treten durch diese Türen auf, treten ein, gehen vorbei und wieder ab. Manchmal scheinen sie einander zu folgen. Die Akteure bleiben anonym, ausschließlich gekennzeichnet durch Textur und Farbigkeit der Kleidungsstücke, auf welche sich die Wahrnehmung des Betrachters unweigerlich fixiert. Meistens verschieden, teilweise auch wiederkehrend, charakterisiert die Kleidung einserseits die Protagonisten und lenkt andererseits auch die Dramaturgie dieser Fiktion. Die Handlung, die Ausstattung, das Indentifizieren der Räume vor und hinter den Türen, die Erinnerung an die mitgebrachten, geholten, bei sich geführten oder nachgereichten Gegenstände, alles führt den Betrachter konsequent auf die Spur erzählerischen Dechiffrierens.
Alle Videoarbeiten des Künstlers verbinden von ihrer formalen Umsetzung her videospezifische, strukturale Elemente mit inhaltlich narrativen Akzenten. Trotz seines Grundprinzips der Verwendung rhythmischer Abstraktion simultaner Ereignisse und Reduktion visueller Vorgaben verdichten sich die benutzten Bilder und Klänge zu einer eigenständigen Geschichte, die sich im Kopf jedes Betrachters individuell ergänzt."
(Katalog "transmediale", Berlin 1998)

"On the wall you see four roughly sawn-out fragments of doors. Where the handles used to be there are slanting monitors which complete the ensemble. The video images show various views of the doors opening and closing, of the doors being opened and then closed. Through these doors people appear, enter, pass by, and leave again. Occasionally they look like they're following one another. They are anonymous actors, identificable only by the texture and colorfulness of their garments, the inevitable focal point of the viewer's perception. These garments - usually different each time, but sometimes recurring - not only characterize the protagonists but also direct the dramatic composition of this fictional scenario. The plot, the props, identifying the rooms on either side of the doors, recalling the objects people carried with them, fetched, or were given - persistent clues to get the viewers to do their own narrative decoding.
In terms of formal implementation, all of the artist's video works link video-specific, structural elements with aspects of narrative content. Despite the basic principle of deploying rhythmically abstracted
simultaneous events in conjunction with reduced visual pre-definitions, the images and sounds compact to form a story of their own whichviewers complete, individually, in their minds."
(catalogue "transmediale", Berlin 1998)