OPEN UP

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"Das Band ist rhythmisch streng und zugleich mit Witz gestaltet. Unterschiedliche Türen und Blicke öffnen sich, wobei Realität und Video-Manipulation schwer zu unterscheiden sind. Immer neue Ebenen scheinen sich zu überlagern und aufzuheben. Im strengen Spiel werden mit musikalischem Rhythmus videospezifische Möglichkeiten konsequent eingesetzt."
(Jury 5. Marler Video-Kunst-Preis 1992)


"The tape is rhythmically austere and yet full of wit. Different doors and views open up, and reality and video manipulation become difficult to distinguish. New levels continiously superimpose themselves and cancel each other out. Musical rhythms and the possibilities of video are rigorously investigated with a sort of strict playfulness."
(jury 5th Marler Video-Kunst-Preis 1992)

"OPEN UP ist eine pure und ironische, eine aufdringliche Arbeit, die besonders abzielt auf die Neuordnung der grundlegenden Bedeutungen von Kader (Bild), Material (Ton und die Materialität des Tons) und Rhythmus (Schnitt). Ein purer, präziser Stil ohne Schnörkel, in dem jedoch Menschlichkeit und viel Humor hervorblitzen."
(Katalog "Circulation", Auswahlprogramm Première Manifestation Vidéo et Art Eléctronique de Montréal, 1994)


"OPEN UP is a pure and ironic, an obsessive work that aims especially at the recognization of the fundamental meanings of cadre (image), material (sound and its materiality) and rhythm (cut). A clean precise style without the slightest ornamentation, yet infused with flashes of humanity and humor."
(catalogue "Circulation", selective program of Première Manifestation Vidéo et Art Eléctronique de Montréal, 1994)


"Volker Schreiner erstellt sowohl Videoskulpturen als auch Videobänder. Seine filmischen Werke sind jeweils in sich aufgebaut nach dem Gesetz der Ähnlichkeit und Wiederholung, die er durch schnelle Schnitte und Bildabfolgen bewußt macht. Er verfolgt dabei Themen, die er aus alltäglichen Handlungs- und Bewegungsabläufen entnimmt, welche sich aufgrund ihrer Alltäglichkeit und Banalität im Tagesablauf häufiger wiederholen, wie zum Beispiel Treppen steigen oder Türen öffnen und schließen. Diese Handlungsmuster von Gesten und Alltagsabläufen werden jeweils in einem Video ausschnitthaft und in der detaillierten Konzentration auf die Handlung thematisiert. Dabei unternimmt Schreiner Analogiebildungen und sucht die kleinen Unterschiede im Vergleich, den er durch sehr kurz hintereinander geschaltete Bildabfolgen visuell präsentiert. Durch die Aneinanderreihung ähnlicher, nahezu gleicher Bildmotive und Aktionen wird das Inhaltliche formal unterstützt. Das in fast allen Videos angewendete Prinzip der Serie und das Prinzip der Wiederholung sowie die Ausschnitthaftigkeit des Geschehens evozieren eine Abstrahierung und Minimalisierung, die durch die schnelle Bildabfolge der visuellen Analogien noch gesteigert wird.
Doch liegt es Schreiner fern, Gleichheiten zu zeigen. Vielmehr untersucht er strukturelle Ähnlichkeiten, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede darzustellen und in kurzen Momenten sogar eine Poesie einfliessen zu lassen, die dem Fluß der Bilder entgegenzuwirken versucht und ihm hier und da eine erzählerische Komponente verleiht.
In seinem Videoband „Open Up" von 1991 beispielsweise werden verschiedene Türen von unterschiedlichen Händen hintereinander geöffnet, die ausschnitthaft im Umfeld der Türklinke gezeigt werden. Durch den schnellen Bildwechsel wird ein sich hinter den Türen befindlicher Raum gar nicht gezeigt, weil schon die nächste Tür geöffnet wird. Die Türen sind aus unterschiedlichem Material und mit verschiedenartigen Klinken besetzt. Doch auch Rollos vor Fenstern und Büroschränken werden geöffnet. Erst ein Lamellenvorhang zeigt einen Raum dahinter, gibt einen Blick frei nach draußen auf Bäume oder Dachziegel eines gegenüberliegenden Hauses. Ein anschließend immer wieder seitlich weggeschobener Vorhang ermöglicht den Blick auf ein Fenster, in dem die gleiche Handlung von einer anderen Person vollzogen wird und eine Art Spiegeleffekt eintritt. ..."
(Ulrike Lehmann)


"Volker Schreiner produces both video sculptures and videotapes. His cinematic works are constructed according to the law of similarity and repetition, of which the viewer is made aware through rapid cuts and picture sequences. His subject matter are everyday actions and movements that are banal and mundane, and hence frequently repeated throughout the day, such as going upstairs or the opening and closing of doors. In his videos, the narrative pattern of gestures and mundane actions is explored in depth and with a detailed focus on the action. In the process, Schreiner formulates analogies and looks for small differences as he carries out a comparison that he visually presents through a quick succession of pictorial sequences. The stringing together of similar, almost identical pictorial motifs and actions serves to formally emphasise the contents. The serial principle and the principle of repetition he uses in nearly all videos as well as the clip-style sequence of events evoke an abstraction and minimalisation that is heightened by the rapid pictorial sequences of visual analogies.
But Schreiner is not going to show the identical. Rather, he examines structural similarities in order to illustrate common traits and differences and, for short moments, to add a poetic touch that aims to counteract the flow of images and occasionally gives it a narrative component.
In his 1991 videotape "Open Up", for example, various doors are opened one after another by different hands, but all we see is a detail of the area around the door handle. The quick succession of images means that we are not even shown the room behind each door, because already the next door is being opened. The doors are made of different kinds of material and furnished with different types of handles. Window blinds and office cabinet roll-tops are being opened as well. Only a vertical blind shows the room behind, opening the view of the trees outside, or of the roof tiles of the house opposite. Subsequently, a curtain that is repeatedly pulled to the side allows a look out of the window, where the same action is performed by another person, creating a kind of mirror effect. ..."
(Ulrike Lehmann)